
Burg Pappenheim vermittelt beides unmittelbar: Den rauhen, kollossalen Atem des Mittelalters, den Geruch nach Schießpulver und das Geklirr von Ritterrüstungen ebenso wie den stillen und märchenhaften Flair einer großen und versunkenen Epoche.
In den alten Mauern ertappt man sich manchmal beim Träumen, man schaut aus efeubewachsenen Schießscharten hinaus ins weite Land und für Kinder beginnt spätestens beim Anblick der Folterkammer oder des ausgedehnten Turnierplatzes das Abenteuer ihrer Vorstellungskraft.


Burg Pappenheim ist eine der seltenen zweihöfigen Burganlagen.
Die Anfänge der Hauptburg, die ursprünglich um einen niedrigen Burgfried herum entstanden ist, sind vermutlich im ausgehenden 1. Jahrtausend n. Chr. in der römischen Nachfolge durch die Franken zu suchen. Das Pappenheimer Stadtwappen trägt den Mohrenkopf, der in seinem ursprünglichen Sinn (druckverkehrt) einen römischen Imperatorenkopf darstellte.
Um das Jahr 1280 unter Marschall Heinrich sind bereits Stallungen, Scheunen und Wohnbauten auf dem Gelände der Vorburg belegt.
Die Burg mit ihren beiden Höfen diente fast über das gesamte Mittelalter den verschiedenen Familienzweigen der Pappenheimer als Herrschaftssitz und Wohnanlage.
Heute noch sind die Gebäude der Vorburg in außerodentlich gut erhaltenem und liebevoll restauriertem Zustand, während die gewaltigen Bauten der Hauptburg (Palas, Burgkapelle usw.) mit Ausnahme des imposanten Bergfrieds nur als Ruinen erhalten blieben.