
Pappenheim war bereits seit 1806 dem neuen bayerischen Königreich einverleibt, als Graf Carl Theodor Friedrich - nach über 200 Jahren vermutlich aus denselben Gründen wie 1593 - beschloss, ein neues, modernes Residenzschloss erbauen zu lassen.
Die Pläne dazu stammten vom Münchener Baumeister Leo von Klenze, der seit 1816 bereits dem bayerischen Kronprinzen Ludwig diente. Der Neubau erfolgte von 1819 bis 1822, wofür zwei Stadthäuser der gräflichen Familie hatten weichen müssen.



Der Dreiflügelbau, dessen klassizistisch-schlichte, zweieinhalb-geschossige Stadtseite durch einen erhöhten, deutlich vortretenden Mittelrisalit akzentuiert wird, verfügt über einen hohen dreibogigen Portikus - worüber nach gleichem Schema die großen Fenster des Festsaales angeordnet sind. Sie werden von einem flachen Dreiecksgiebel mit dem gräflichen Wappen bekrönt. Die Geschosse sind durch ein kräftiges umlaufendes Gesims voneinander getrennt, dem zuoberst ein ausladendes Traufgesims entspricht.
Die klassizistische Innenausstattung entstammt der Bauzeit und ist von Klenze und Jean Baptiste Metivier entworfen. Sie ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sich in Deutschland nur hier ein Werk des Architekten mit der zeitgenössischen wandfesten Dekoration in einem einmaligen Ensemble erhalten hat.
Glanzstück ist der erwähnte Festsaal mit einer stukkierten Kassettendecke von Pierre Viotti und einem antikisierenden Historienfries und Grisaillemalereien des Münchener Malers Anton Schönherr. Das Schloss befindet sich nach wie vor in Familienbesitz.
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