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Der Altmühlraum im Dreissigjährigen Krieg

Auch das Altmühltal blieb vor Krieg, Not und Plünderung nicht verschont. Pappenheim wurde 1632 von den Schweden erstürmt, Eichstätt 1634 erheblich zerstört.

Von der bei Weißenburg liegenden Wülzburg aus versuchten schwedische Truppen am Palmsonntag 1632 Pappenheim anzugreifen. Der rasche Durchzug verhinderte Schlimmeres. Im Juni 1633 kamen schwedische Truppen erneut und eroberten Stadt und Burg. Nach einem Jahr endete die Besatzung. Stadt und Umgebung wurden weitgehend menschenleer. Weihnachten 1638 zerstörte ein Blitzeinschlag Teile des Pappenheimer Bergfrieds.

Das benachbarte Eichstätt konnte sich im April 1633 zunächst mit Hilfe einer Kontributionszahlung an die Schweden retten. Im Oktober eroberten bayerische Truppen die Bischofsstadt zurück. Am 6. Februar 1634 besetzten schwedische Soldaten erneut die Stadt und plünderten sie am 12. Februar: 6 Kirchen und 440 Häuser wurden verbrannt.

Solnhofen, zwischen Pappenheim und Eichstätt gelegen, hatte ebenfalls schwer unter der Soldateska zu leiden. So heißt es in einem Bericht von 1633: Solnhofen nunmehr über Jahr und Tag sedes belli, dass nicht allein die alten Leute mit immerwährenden schweren Exekutionen ausgesaugt, sondern auch mit Einquartierung, Durchzügen und Ausplünderungen dermaßen verödet und ruiniert werden, dass zumindest der halbe Teil der Mannschaften, Weib und Kinder zu schweigen, durch Schwert, Hunger und böse Krankheit aufgefressen werden, die übrigen, sonderlich im Altmühltal und auf dem Hahnenkamm leben, in solcher Mühseligkeit, dass es fast weder mit der Zung noch Feder genugsam zu erzählen.

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Gottfried Heinrich zu Pappenheim
Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Reichserbmarschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.

Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.

Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).

1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.

Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.

Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.

Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.