Der längste und verheerendste Krieg der Frühen Neuzeit fand hauptsächlich auf deutschem Boden statt. Er begann als Religionskonflikt und endete als europäischer Machtkampf.
Seine Beendigung bringt zwar den Westfälischen Frieden, aber ebenfalls den "Kollaps" des Deutschen Reiches. Die Ursachen der europäischen Krise waren vielfältig:
Der Ablauf gliederte sich in vier Kriegsläufe:
Böhmisch - Pfälzischer Krieg 1618 - 1623. Aufgrund des Sieges der kaiserlichen Truppen 1620 - in der Schlacht am Weißen Berge über den protestantisch - pfälzischen "Winterkönig" sowie die böhmischen Stände verblieb das Königtum beim Hause Habsburg.
Dänisch - Niedersächsischer Krieg 1625 - 1629. Mit dem Sieg gegen den protestantischen Angreifer Dänemark durch die Heere Wallensteins und Tillys erhielt Kaiser Ferdinand II. die Optionen auf eine habsburgisch - absolutistische Universalmacht sowie die Re-Katholisierung des deutschen Reiches.
Schwedischer Krieg 1630 - 1635. König Gustav Adolf von Schweden griff militärisch zugunsten des Protestantismus im Reich ein. Nach seinem Tod in der Schlacht bei Lützen 1632 stagnierte die weitere Okkupation Deutschlands, vor allem durch das militärische Genie Wallensteins.
Französisch - Schwedischer Krieg 1635 - 1648 Das katholische Frankreich und das evangelische Schweden führten Krieg gegen das Reich und das Kaisertum. Marodierende Truppen durchzogen das Land. Das weitgehende militärische Patt und die Länge des Konfliktes förderten die Friedensbereitschaft.


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.