


Die Ausübung der Jagd ist eines der Privilegien und ein Statussymbol des Adels über die gesamte Kulturgeschichte hinweg. Namentlich die Beizjagd, also die Falknerei ist eine der ältesten Jagdkünste schlechthin.
Man versteht darunter die Jagd mit einem abgetragenen (also trainierten) Greifvogel auf freilebendes Wild. Die Entstehung dieser Jagdkunst dürfte ca. 3500 bis 4000 Jahre zurückreichen und in den Steppengebieten Mittelasiens zu suchen sein.
Aristoteles (384-322 v. u. Z.) erwähnt die Falknerei bei den Thrakern und Indern. Die Germanen wurden mit der Beizjagd während der Zeit des 2. bis 4. Jahrhunderts n. u. Z. im Zuge der östlichen Ausdehnung der Goten bekannt. Die Germanen vermittelten ihre Kenntnis den Kelten.
Die Vandalen brachten sie im Verlauf der Völkerwanderung nach Spanien und machten die Völker der westlichen Mittelmeerküste Nordafrikas damit bekannt. Die Beizjagd erfreute sich bei den germanischen Stämmen bald großer Beliebtheit und ist durch germanische Stammesrechte der Franken u.a. in der Lex Salica (507-511 n. u. Z.) belegt.
Die Techniken wurden durch Erfahrungsaustausch mit arabischen Falknern erheblich verfeinert. Kaiser Friedrich II. (1124-1250) aus dem Haus der Staufer, der in Sizilien leichten Zugang zum arabischen Fachwissen auf diesem Gebiet besaß, führte die Falkenhaube ein, die bis dahin in Europa noch unbekannt war.
Sein Falkenbuch (De arte venandi cum avibus, deutsch: "Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen") war der erste Traktat dieser Art in der europäischen Literatur. Für Friedrich II. war die Falknerei aufgrund der dafür benötigten Kombination aus Willensstärke und Fürsorge eine ideale Vorübung für die Menschenführung. Der ideale Falkner war für ihn der ideale Herrscher.
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