Vom Marschall Heinrich von Kalden gibt es Kunde über sein imponierendes und energisches Eintreten für den Judenschutz anlässlich des Hoftages von Mainz (Vorbereitung des 3. Kreuzzuges) im März 1188. Im zeitgenössichen Bericht des Mainzer Elasar bar Juda heißt es:
“Am Montag wollte ein Ritter (Kreuzfahrer) in die Synagoge dringen; aber der Marschall kam herbei und schlug ihn mit einem Stocke, so dass er beinahe starb...”
Als sich daraufhin viele Tausende von Kreuzfahrern zusammenrottenten und gegen das Ghetto und die Synagoge zogen, “nahm er seine Diener mit sich und seinen Stock in die Hand und verwundete sie dermaßen, dass sie sich alle zerstreuten”.
Mit dieser Aktion gelang Heinrich die Auflösung eines Aufmarsches, der unweigerlich zu einem Progrom an den Mainzer Juden geführt hätte.

Heinrich von Kalentin bzw. Kalden (Kaltenburg), (1145-1214), könnte der Vetter Heinrich Testas gewesen sein. Mit ihm tritt eine Persönlichkeit ins Licht der Geschichte, die durch Entschlossenheit, Ausdauer und politisches Geschick besonderen Einfluss auf die Gestaltung der Reichsangelegenheiten, aber auch auf die Geschicke des Hauses Pappenheim genommen hat.
Er fungierte zunächst als Erzieher König Heinrichs VI. Nach dem Tode Kaiser Barbarossas, der 1190 im Flusse Saleph ertrunken war, kehrte Heinrich von Kalentin erst 1191 nach Italien zurück, wo Testa soeben wegen einer Seuche vor Neapel gescheitert war.
Er hielt in fast aussichtsloser Lage tapfer zu seinem durch die Bündnisfront von Tancred von Lecce, den Normannen, dem Papst, Richard Löwenherz und dessen Schwager Heinrich dem Löwen stark unter Druck geratenen Kaiser Heinrich VI. und spielte eine einflußreiche Rolle bei der Auslösung des in Gefangenschaft geratenen Richard Löwenherz und dessen erzwungenen Lehenseids, der das Blatt schließlich wendete.
Mit einem Stauferheer zog Heinrich von Kalentin schließlich 1193 nach Italien, wo der Marschall mit seinem Heerhaufen Apulien durchzog und Salerno bei Neapel erobert wurde. Für die Gefangensetzung der Kaiserin erlitt die Stadt Brandschatzung und Plünderung, worauf nach dem Tod Tancreds das Schicksal des Normannischen Reichs besiegelt war und sich die gesamte Südküste Italiens unterwarf.
Am 28. Oktober landete Kalden in Messina, und am 20. November in Palermo, wo der prunkvolle Einzug des Kaisers nebst Kaldens von Petrus de Ebulo so beschrieben wird: “Ein dicht geschlossener Reitertrupp, markig, trotzig, unzugänglich. Ihr Befehlshaber Heinrich von Kalden, auf seinem mächtigen Streitroß”.
Im Anschluß an die Krönung Heinrichs VI. zum König von Sizilien wurden die Angelegenheiten Süditaliens neu geregelt, Pfründe und Ämter verteilt und ungeheuere, von Generationen zusammengetragene Reichtümer, Edelsteine, Truhen von Gold und Ballen von Samt und Seide wurden über die Alpen nach “Deutschland” gebracht, darunter auch Stücke, welche später als Krönungsinsignien des Reiches verwand wurden, wie der prachtvolle Mantel mit der Darstellung schreitender Löwen in der Schatzkammer der Wiener Hofburg.
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