
Da auch Pleinfeld und Eschilsbach in dem noch zu Lebzeiten Kaldens oder unmittelbar nach seinem Tod entstandenem Urbar des Marschalls von Pappenheim erwähnt werden, ist eindeutig geklärt, wer der “Herr” des Dichters Wolfram von Eschenbach (Parzival) gewesen ist:
Der größte Epiker des deutschen Mittelalters war ein Eigenmann des Marschalls von Pappenheim.
Nach der Zeit der Krönung Heinrichs VI. zum König von Sizilien, am Weihnachtstag des Jahres 1196 trifft eine schwerbewaffnete, eisenklirrende Galeere im Hafen von Konstantinopel ein. Darauf ein “schwerer Mann mit finstrer Braue”, Heinrich von Kalden, als Abgesandter und Legat Heinrichs VI. den jährlichen Tribut von 16 Zentnern Gold einfordernd - von Alexios III., dem Kaiser des Oströmischen Reiches, dem Vater Irenes, der verwitweten Schwiegertochrer Tancreds.
Nachdem Kalden bereits 1195 zu Worms das Kreuz genommen hatte, sahen die alten Widersacher, der Papst und die Anhänger der alten normannischen Königsfamilie, vor Beginn des Kreuzzuges die letzte Möglichkeit zur Ermordung des Kaisers. Ganz Sizilien sollte sich erheben. Der Plan wurde allerdings verraten, der Kaiser, nahe Messina auf der Jagd, konnte sich retten und Heinrich von Kalden sammelte Truppen um sich und führte es gegen das Adelsheer, das er vor Catania schlug. Stadt und Land der Aufrührer wurden grausam verwüstet.
Nach diesem letzten Akt der gemeisamen kriegerisch-politischen Laufbahn Heinrichs VI. und seines Marschalls Kalden folgte am 3. August 1197 vor Linari bei Patti an der Ostküste die feierliche Ehrung Kaldens.
Für die vielfachen Verdienste, die er um Kaiser und Reich sich erworben, erhielt er die Urkunde mit Goldener Bulle, in der ihm das ganze Donaumoos bei Neuburg neben einigen kleineren Gütern und Ämtern zu rechten Lehen übereignet wurden. Schon vor 1197 waren die Marschälle im Besitz der Burg Neuburg, Inhaber des dortigen Burggrafenamtes und des Königshofes. Eine zweite Besitzgruppe umfasst die Vogteien Kaisheim und Hürben.
Des weiteren überließ der Kaiser seinem Marschall das Amt des Königshofes Mühlbach bei Hemau samt dem Zehnten im Tanggründel usw., wie auch alle Kirchenlehen, Eigenleute und ritterlichen Leute mit Zugehörigkeiten, einschließlich der Vogteien.
Mit dem Amt und dem Königshof zu Weissenburg, die schon vor 1200 für die Marschälle bekundet sind, sowie dem Amt von Moosbrunn bei Eichstätt, ferner Burg und Herrschaft Pappenheim, den Burgen Rechberg und Kalentin bei Flotzheim waren diese Inhaber eines fast geschlossenen Distrikts mit geschätzt 400 bis 450 Quatratkilometer, also vergleichbar mit der Fläche des ehemaligen Herzogtums Coburg!
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