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Jugend, Studium und Konversion

Das erste bekannte Siegel der Marschälle von 1251 zeigt einen Kaiserkopf nach Vorbild antiker Kaisermünzen. Das Wappen mit den Eisenhüten taucht erstmals Mitte des 14. Jahrhunderts auf. Das erstmals 1335 nachweisbare Siegel der Stadt Pappenheim trägt einen mit Stirnbinde geschmückten Kopf. Durch eine sich vergröbernde Darstellung wurde aus dem Kaiserkopf ein Mohrenkopf. So zeigt ein Siegel von 1378 ein fratzenhaftes Gesicht mit hoher dreizackiger Krone.

Die Züricher Wappenrolle dokumentiert die aus dem Pelzwerk (heraldisch Fee) abgeleiteten Eisenhüte. Der Mohrenkopf des Siegels wandert in die Helmzier. Im 15. Jahrhundert gesellt sich dem Kopf ein weiblicher Oberkörper bei; im 16. Jahrhundert kommen zwei abstehende Zöpfe hinzu. Ebenfalls in der Helmzier führen die Pappenheim gekreuzte Schwerter auf schwarz - rot geteilten Fahnen als Zeichen des Marschallamtes.

Bei der Fahne handelte es sich um die Reichsrennfahne, die wie das Reichsschwert bei feierlichen Anlässen dem Kaiser voran getragen werden musste.

Durch eine Wappenbesserung 1530 führten die Erbmarschälle neben den Eisenhüten noch die sächsischen, gekreuzten Schwerter.

1628 erhielt Gottfiied Heinrich Marschall von Pappenheim die Grafenwürde und gleichzeitig eine Wappenbesserung. Die Pappenheim durften nun im goldenen Schildhaupt einen schwarzen Adler mit goldener Bewehrung führen, der die Buchstaben F. II (Ferdinand II.) auf der Brust trug. Die beiden Adlerköpfe waren gekrönt und darüber schwebte die Kaiserkrone.

Das Wappen des Landkreises Weißenburg - Gunzenhausen zeigt in Erinnerung an das Haus Pappenheim silberne Eisenhüte im blauen Feld.

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Gottfried Heinrich zu Pappenheim
Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Reichserbmarschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.

Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.

Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).

1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.

Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.

Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.

Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.