Durch seine militärische Laufbahn bedingt, konnte sich Pappenheim nicht oft in Treuchtlingen aufhalten. Das Leben seiner Familie war standesgemäß, doch für Pappenheims finanzielle Verhältnisse zu strapaziös.
Als Reichshofrat bestallt, heiratete Pappenheim am 4. Dezember 1617 in Prag die sechzehnjährige Anna Ludomilla Baronesse Kolowrat - Novohradsky, die einer alten böhmischen Adelsfamilie entstammte.
Ein Jahr später, im November 1618, brachte Anna Ludomilla in Treuchtlingen den Sohn und Erben Wolfgang Adam zur Welt. 1619 wurde Magdalena Elisabeth geboren, die jedoch schon 1620, einjährig, starb.
Die Herrin Treuchtlingens bemühte sich, ihren Wohnsitz standes- und zeitgemäß einzurichten. Das Inventar zeigt Pappenheim als Liebhaber orientalischer Textilien. Unter neu erworbenen Gemälden niederländischer Kleinmeister befand sich überraschenderweise keine einzige Kriegsdarstellung.
Kurz nach dem Ableben seiner ersten Gattin im Mai 1627 warb Pappenheim um die Hand der lutherischen Anna Elisabeth von Oettingen - Oettingen. Erst seine Erhebung in den Grafenstand 1628 sowie der Erwerb von böhmischen Exulantengütern ergaben die finanzielle und standesgemäße Basis zur Trauung am 24. Juni 1629. Pappenheims besondere private Militärauslagen machten in der Heiratsverschreibung eine ausführliche Witwenversorgung notwendig.
Mit der Zusicherung der freien Religionsausübung für Anna Elisabeth wurde die Gegenreformation in Treuchtlingen stillschweigend aufgegeben. Die Beziehung der Eheleute war glücklich, jedoch kinderlos.


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.