Schon zu Lebzeiten haftete Pappenheim der Ruf eines draufgängerischen Reitergenerals an, der sich nur im dichten Schlachtgetümmel wohl fühlte. Dieses Bild modifizierte die Nachwelt nur wenig.
Pappenheims facettenreiche Persönlichkeit erschien für sein Jahrhundert untypisch und für seine Zeitgenossen oft unverständlich. Einmal als draufgängerisch und kampfbesessen klischiert, erfuhr Pappenheim auch in den folgenden Jahrhunderten weder in historischen Darstellungen, noch in literarischen Werken eine angemessene Würdigung.
Zumeist auf Nebenrollen verwiesen, wurde ihm nur oberflächliche Beachtung geschenkt. Werke, die ihn in den Mittelpunkt stellten und seine Person der dichterischer Freiheit überließen - so Karl August von Witzlebens „Die Pappenheimer“ waren Ausnahmen.
Den historischen Romanen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts lag besonders Friedrich Schillers Geschichte des Dreißigjährigen Krieges zugrunde. Dort wurde Pappenheim als erfolgreicher, treuer, doch auch sehr hitzköpfiger Marschall Tillys skizziert. Ein differenzierteres Bild Gottfried Heinrichs entwarf Die „Magdeburgische Hochzeit“ von Gertrud von Le Fort.
Am bekanntesten wurde der Name "Pappenheim" durch ein Zitat, das Schiller in seiner Wallenstein - Trilogie - Wallensteins Tod dem Generalissimus in den Mund legte: „Daran erkenn' ich meine Pappenheimer!“ (III. Akt, 15. Aufzug)


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.