Als ein Synonymm für die Greuel des Krieges steht die Eroberung der Stadt Magdeburg die nach Pappenheims Angriff Brandschatzung und Mord zu erleiden hatte. Der Fall der Stadt wurde zum Fanal für die Protestanten.
Magdeburg als wichtiger Stützpunkt, den der Schwedenkönig unter allen Umständen halten wollte, war zu einem militärischen Prestigeobjekt geworden. Pappenheim zeigte trotz der Ränke in den eigenen Reihen seine Qualitäten als Schanzmeister und überrumpelte die Verteidiger am 31. Mai 1631. Straßenkämpfe und Plünderung führten zu Greueltaten und Brandschatzung, zu Schändung und Verwüstung. Bald stand ganz Magdeburg in Flammen, ca. 20 000 Menschen fielen dem Feuer zum Opfer.
Pappenheim bekam die Hauptschuld am Brand der Stadt zugewiesen, weil er bei der Erstürmung der Mauern ein Haus in Brand stecken ließ. Der anfängliche ligistische Triumph hatte sich in einen Pyrrhussieg verwandelt, da der von Tilly benötigte Proviant in Flammen aufgegangen war. Die Magdeburger Niederlage zwang die Protestanten zu mehr Zusammenhalt.
Den endgültigen Wendepunkt des Krieges bildete die ligistische Niederlage bei Breitenfeld. In der Folgezeit führte der Erbmarschall im Nordwesten des Reiches mit wechselhaftem Erfolg einen Kleinkrieg gegen die Schweden.


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.