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Militärische Karriere

Pappenheim war kaiserlich-ligistischer Offizier. Seine militärische Karriere begann er als Rittmeister unter bayerischen Fahnen. Nach kurzem spanischem Dienst stellte er sich erneut unter bayerischen Befehl.

1619 ließ er seine Aufgaben als Reichshofrat ruhen und trat als Rittmeister in die Armee des bayerischen Kreises ein. Die Gründe waren eigenen Angaben zufolge:

  • die schwierige Lage des Reiches zu verbessern
  • seinen Namen berühmt zu machen
  • seine Familie dadurch zu erhöhen.

1620 rasch zum Oberstleutnant befördert, erfolgte jedoch nach der Schlacht am Weißen Berge ein "Karriereknick": Anfang des Jahres 1622 suchte der Offizier der Liga wiederholt in München um seine Entlassung nach. Dennoch ernannte ihn Maximilian I. zum Oberst.

Auch Kaiser Ferdinand II. zeichnete ihn formell durch eine Erhöhung in den Freiherrnstand aus. Damit waren aber keine nennenswerten materiellen Vorteile verbunden, und so geriet Pappenheim zusehends in Geldnot.

Als ihn der bayerische Kurfürst Anfang 1624 entließ, nahm Pappenheim erneut seine Hofratstätigkeit auf, um ein Jahr später in den Veltlinerkrieg im Dienst der Spanier einzugreifen. Er befehligte dort über 1250 Berittene und 4750 Infanteristen. Die dafür notwendige finanzielle Beteiligung führte Gottfried Heinrich an den Rand des Ruins, nicht zuletzt, weil er seine Söldner pünktlich entlohnte.

Schließlich erlangte er wiederum ein bayerisches Kommando, Als Generalwachtmeister zu Fuß entsetzte Pappenheim Linz und schlug den Oberennser Bauernaufstand blutig nieder.

1627 zog der Freiherr mit einem neuen Regiment gegen Wolfenbüttel. Nach mehreren erfolgreichen Aktionen im Nordwesten des Reiches erlangte er 1630 den begehrten Rang eines Feldmarschalls. Der designierte Nachfolger Tillys zeigte nicht nur neuartiges, strategisch - organisatorisches Geschick-, sondern wusste auch die Feder zu führen. Er fertigte eine Reihe von Lageberichten an, die Zeugnis von seinen analytischen und assoziativen Fähigkeiten ablegen.

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Gottfried Heinrich zu Pappenheim
Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Reichserbmarschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.

Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.

Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).

1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.

Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.

Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.

Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.