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Nöte und Folgen des Krieges

Nicht allein die Schlachten der -verschiedenen Armeen, sondern auch die vielfachen Belagerungen und Verwüstungen verursachten riesige Bevölkerungsverluste und grausame Martyrien. Die Finanzierung der Soldateska durch Plünderungen führte zum wirtschaftlichen Ruin Deutschlands.

Kleine Söldnerheere im Ermüdungskrieg, wurden aufgrund ihrer Kostspieligkeit nur selten in Schlachten aufs Spiel gesetzt. Schlecht und unregelmäßig bezahlte Landsknechte drangsalierten die Bevölkerung und versorgten sich durch Plünderung nach dem Motto: Der Krieg ernährt den Krieg.

Neben dem Reichsheer und den Armeen der Länder agierten Condottieri wie Wallenstein, Mansfeld und auch Pappenheim mit ihren zusammengekauften Söldnertruppen. Deren Bewaffnung bestand zumeist aus Spießen, Piken und Arkebusen. Trotz militärischer Disziplin kam es zu furchtbaren Verwüstungen der Kriegsgebiete sowie grausamen Folterungen und Greueltaten. Berüchtigt wurde der so genannte „Schwedentrunk“ (Urin oder Jauche).

Die kriegerischen Verheerungen zerstörten nicht nur die Häuser, sondern ebenso die Acker - und Handwerksgeräte. Deutschland stand vor dem wirtschaftlichen Ruin. Generelle Verarmung traf Bürger - wie Bauernstand. Ein Drittel der Gesamtbevölkerung verlor das Leben, in manchen Regionen waren es nahezu 50 - 70%. Dort wurden fast 3/4 der bäuerlichen Anbauflächen Brachland. Viele Orte wurden wüst.

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die kaiserliche Macht gemindert. Gleichzeitig nahmen die politische Ohnmacht des Reiches sowie dessen Zersplitterung in konfessionelle Kleinstaaten zu. Im frühneuzeitlichen Reich befanden sich nun nahezu 350 souveräne Länder und Städte. Während sich in Europa die Nationalstaaten festigten, blieb das Reich fortan ein föderatives"Monstrum".

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Gottfried Heinrich zu Pappenheim
Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Reichserbmarschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim

Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.

Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.

Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).

1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.

Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.

Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.

Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.