Portraits von Gottfried Heinrich finden sich als Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken und Plastiken von denen es an die 100 verschiedene Typen gibt. Sie setzten zu seinen Lebzeiten ein und hatten bis in das frühe 18. Jahrhundert Konjunktur. Im 19. Jahrhundert entstanden auch Büsten sowie ein Standbild.
Die berühmtesten Bildnisse Gottfried Heinrichs sind die Ölskizze Anthonis van Dycks und die lebensgroße Darstellung ("Conde de Pappenheim") eines spanischen Malers. Die Portraits stehen in der Tradition der Galerien der Uomini Illustri. Derartige Räume mit einer Portraittäfelung, unter der sich auch Gottfried Heinrich findet, gibt es in Schloss Beauregard an der Loire sowie in den Schlössern Gripsholm und Carlsberg in Schweden sowie im Haus des Offiziers. Weitere Portraits sind dem Typus der Ahnengalerie zuzuordnen.
Die Druckgraphiken geben die Gestalt meist nach Vorlagen reproduziert und damit vergröbernd wieder. Entsprechende Kupferstiche sind deutscher, italienischer, holländischer und französischer Provenienz. Die Darstellungen von Bart- und Haartracht sowie die Blessuren im Gesicht werden meist gleichartig wiedergegeben. Als Vorlage dienten nur wenige authentische Bilder. Die Zahl der Darstellungen im 17. und frühen 18. Jahrhundert sowie auch im 19 Jahrhundert ist sehr hoch - ein Indiz dafür, dass Gottfried Heinrich schon zu Lebzeiten und auch darüber hinaus berühmt war.
Büsten aus dem 19. Jahrhundert finden sich in der Ruhmeshalle zu München (Lossow) und auf dem Heldenberg in Kleinwetzdorf bei Wien. Ein Standbild Gottfried Heinrichs von Schimek ziert das Foyer des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien als Stiftung Kaiser Franz Josephs.


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.