Gottfried Heinrich beteiligte sich an vielen Schlachten. Erfolge auf militärisch-strategischem Gebiet förderten seinen Aufstieg, gaben aber ebenso Zeugnis von Zerstörungen der Städte und dem damit verbundenen Schicksal der Menschen.
Schon sein erster Einsatz in der Schlacht am Weißen Berge ließ den 26 - Jährigen die Gefahren des Kriegshandwerks spüren. Pappenheim kam als ligistischer Rittmeister im Reiterregiment Cratz zum Einsatz. Er erhielt dabei einen Degenhieb gegen die Stirn, der zu einer zeitlebens bleibenden Einkerbung führte. Daher rührt sein Spitzname „Schrammhanns“ oder „Schrammheinz“. Die Nacht nach dem Weißen Berge überlebte er nur, weil er von seinem Pferd gewärmt wurde. Nach dem Sieg der Liga über den "Winterkönig" konnte Pappenheim seiner Verletzungen wegen nicht am Beutemachen teilnehmen.
Erfolgreicher kämpfte er auf spanischer Seite im Veltlinerkrieg. In einer kombinierten Wasser- Land-Aktion eroberte Gottfried Heinrich am 21. September 1625 Verceia, was als einer der wenigen Erfolge der Spanier beim Friedensschluss von Monton mit den Franzosen berücksichtigt wurde. Nach seiner Rückkehr in bayerische Dienste, rang Pappenheim als Generalwachtmeister in den Schlachten von Eferding/Emling und Gmunden/Pinsdorf den Bauernaufstand im oberösterreichischen Hausruckvieriel blutig nieder.
Seinen strategischen Ideenreichtum bewies Pappenheim bei der Blockade von Wolfenbüttel. Weihnachten 1627 ergab sich die Stadt, weil Pappenheim den Fluss Oker aufstauen ließ und dadurch die Stadt flutete.


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.