
Buckelquader-Mauerwerk ist für die Stauferzeit ebenso charakteristisch wie weitverbreitet. Es stammt vermutlich aus den Jahren 1171-1182 und fällt damit in die Zeit Marschall Heinrich Testas. Belegt ist allerdings nur die Burgkapellenweihe anlässlich der Burgerweiterung.
Das Innere wies ursprünglich beginnend mit dem Verlies im Untergeschoss mehrere Geschosse auf. Die Kragsteine, welche die Balkendecken trugen, sind im Inneren sichtbar. Den Abschluss bildete eine Wachstube aus Fachwerk. Wie der Turmabschluss genau ausgesehen hatte ist bisher unbekannt.
Die hölzerne Treppe im Inneren erschließt den Zugang zur Aussichtsplattform von der sich ein herrlicher Rundblick über Stadt, Tal und auf die Höhen erschließt. Eine Tafel erklärt die wichtigsten Gebäude in der Stadt.


Eine burgartige Befestigung anstelle der heutigen Burganlage wird erstmals zu Zeiten Kaiser Heinrichs II (1002-1024) belegt: Pappenheim sei “...anfänglich ein niedrig aufgebauter Thurn und ein kleins Häuslein drum gewest,...” steht 1550 in der Familienchronik des Eichstätter Domherrn Matthäus zu Pappenheim-Biberach zu lesen.
Da diese Anlage während der Fehde mit Herzog Ernst II von Schwaben und König Konrad II 1028 zerstört wurde, ist es fraglich, ob sich aus dieser Zeit noch Mauerwerk in den heutigen Bauten befindet.
Der Bergfried stellt also den Gründungskern, Machtsymbol, innerstes Zentrum und letzte Zuflucht einer mittelalterlichen Burg dar und ist dementsprechend massiv in Buckelquaderbauweise ausgeführt. Die Mauern sind fensterlos und fast durchgehend 3,30 Meter stark! Heute hat der Bergfried eine Gesamthöhe von 25 Metern bei einer Grundfläche von 11,3 Quadratmetern.
Der Turm weist, abgesehen vom typisch erhöhten Eingang – dieser konnte nur mit einer Leiter bzw. Holztreppe erreicht werden, die im Angriffsfall eingezogen wurde – keinerlei Öffnungen auf. Den steinernen Zugang hat man erst später errichtet.
Der Bergfried ist für Burgbesucher voll zugänglich und gewährt einen unvergesslichen Blick auf die gewaltige Burganlage, die historische Altstadt und der Blick reicht weit hinein in die Naturschönheit des Altmühltals.