Im Dreißigjährigen Krieg gab es keine regulären Armeen. Es fochten weitgehend improvisierte Heere, die von Heerführern - wie Pappenheim - je nach Bedarf aufgestellt wurden. Die Truppen- bzw. Waffengattungen waren: Kürrassiere, Dragoner, Arkebusiere, Pikeniere.
Die aktivste Rolle in der Kampfführung kam der leicht beweglichen Kavallerie zu. Sie bestand überwiegend aus "schweren Reitern" den so genannten „Kürassieren“. Die bedrohlich wirkenden schwarzen Vollharnische schützten vor den Kugeln der Musketiere. Diese Kürassiere, auch "Pappenheimer" genannt, ritten im Gefecht eine breite Attacke, um mit ihren Radschlosspistolen die Karrees der Fußknechte zu zerstreuen.
Als leichte Reitertruppen kämpften die Dragoner im Gefecht zu Fuß; die Pferde benutzten sie nur zum Transport. Die Fußtruppen bildeten das Rückgrat der Armee. Sie bestanden aus Pikenieren und Arkebusieren.
Die Pikeniere waren mit einem langen Spieß (ca. 450 cm) sowie nur einer leichten Rüstung versehen. Mit dieser "Pike" kämpften sie primär defensiv, ihre Karrees konnten aber einem Angriff enorme Schubkraft geben.
Die Arkebusiere kämpften mit Luntenschlossmusketen und waren ebenfalls - um beweglicher zu sein - nahezu ungepanzert und für den Nahkampf mit einem Stoßdegen ausgerüstet. Wegen des langwierigen Ladevorgangs von ca. einer Minute, waren sie auf den Rückhalt der Pikeniere angewiesen.
In der normalen Schlachtordnung stand die Kavallerie auf den Flügeln, das Fußvolk bildete das stabile Zentrum. Die schwerfällige Artillerie mit ihren Kanonen fand ihren Einsatz weniger in Schlachten als bei Belagerungen.


Gottfried Heinrich wurde im Jahre 1594 geboren und evangelisch getauft. Er studierte ab1607 in Tübingen und später, zusammen mit Wallenstein in Altdorf bei Nürnberg.
Gottfried Heinrich war hochgebildet und ehrgeizig. Vermutlich auch in diesem Zusammenhang trat er schon als junger Mann zum katholischen Glauben über und beschloß fortan “im Krieg sein Glück zu versuchen”.
Sein Mut und seine ritterliche, überlegene Kriegskunst zeigte sich schon in seiner ersten Schlacht am “Weißen Berg”(1620), wo die kaiserlichen Streitkräfte die Truppen Böhmens, Mährens, Schlesiens, und Niederösterreichs vernichtend schlugen und er schwer verwundet wurde. Er erhielt einen Säbelhieb auf den Kopf und zahlreiche andere Verwundungen (Schrammhans).
1622 ernannte Herzog Maximilian ihn zum besoldeten Oberst. Auch Tilly schätzte ihn sehr. 1623 wurde er vom Kaiser zum Ritter geschlagen.
Nach weiteren Siegen im Veltin, um Riva und Niederschlagungen von Bauernaufständen in der Nähe von Linz, und nach der Belagerung und Überschwemmung von Wolfenbüttel unter Tilly wurde er 1628 vom Oberst zum “Generalzeugmeister der Liga” designiert, was heute dem Rang eines Generals der Artillerie entspräche und in den Grafenstand erhoben.
Seinen widersprüchlichen Platz in der europäischen Geschichte erwarb er sich bei der Belagerung Magdeburgs unter Tilly (1631), wo ein kleineres, von ihm gelegtes taktisches Feuer sich zum Inferno entwickelte und 12.000 Magdeburgern das Leben kostete.
Nach Zwist und Trennung von Tilly zog er 1632 gegen den Prinzen von Oranien nach Maastricht, eroberte die Stadt Hildesheim und wurde schließlich im November von Wallenstein gegen die Schweden unter Gustav Adolf zum Hauptheer einberufen. Dort wurde er in der Schlacht von Lützen so schwer verwundet, dass er auf der Pleißenburg starb.