
Bei einem Zwinger handelt es sich um einen Umgang zwischen äußerer und innerer Ringmauer einer Burg. Er diente in Friedenszeiten oft für Feste oder Ritterspiele. Zwinger dienten auch als Auslauf für Hunde oder Bären (Bärenzwinger).
In Kriegszeiten waren Angreifer, welche eine äußere Burgmauer überwunden hatten in einem Zwinger schutzlos den Verteidigungsmaßnahmen der Burgbesatzung ausgeliefert und konnten sich nur unter hohen Verlusten weiter vorankämpfen.
Übrigens müssen Sie sich mittelalterliche Burgberge und auch die Zwinger als völlig kahles, baumloses Gelände vorstellen, was anrückenden Feinden keine Deckung bot.



Die Befestigungsanlagen Burg Pappenheims bestehen aus Aussenwerken, die in Gestalt von Zwingern Vor- und Hauptburg zur Gänze umgeben haben, wobei die Hauptburg auf diese Weise von einem dreifachen Mauerring geschützt war. Schalentürme und Ringmauer bargen in zwei Geschossen Wehrgänge und Geschützstellungen.
Die Mauerringe konnten in Zeiten der Bedrohung durch zusätzliche Gräben, Erdwälle und Palisaden ergänzt werden.
Am stärksten ist die Zwingermauer dort, wo die Hauptburg nur aus Wohnbauten besteht, nämlich an der Stadtseite mit den nach Nordosten blickenden Hohen Lauben.
Zwei gedrungene, von spitzen Ziegeldächern bekrönte Pulvertürme halten dort die Ecken der Zwingermauer besetzt. Diese bilden mit dem “Affenstein”, einem dritten Turm, ein spitzwinkliges Dreieck, das den Aufgang von der Stadt her mit einem Zwinger in Art einer Vorburg kontrolliert.